saltedmoccachino

Auf eine Tasse Kiwi-Humor

Kaffee trinken wir viel und gern. Nicht umsonst heißt unser Blog Salted Moccachino. In vielen Ländern haben wir Kaffee zu uns genommen, genossen oder auch einfach darauf verzichtet, weil er unausstehlich war.

Anhand des Kaffees kann man so viel über Land und Leute erfahren. Die Sorte, die sie trinken, wie sie ihn zubereiten, wie sie ihn servieren, wie sie Kaffeetrinken zelebrieren. Und sogar wie sie ihren Kaffee verpacken, mit Sprache umschreiben, Logos gestalten und den Kaffee bewerben, sagt meiner Meinung nach etwas über die Kultur der Menschen aus.

Beispiel Neuseeland:

Kaffee wird aus traditionellen Kaffeeproduktionsländern importiert, in Neuseeland geröstet, gemischt, verpackt und mit dem unvergleichlichen ehrlichen neuseeländischen Humor vermarktet. Die Grundidee: Wir sind doch alle Kaffee-Junkies. Roasted Addiqtion_vorneDeswegen das gewagte Foto einer „abhängigen jungen Frau“, die süchtig an der Kaffeeverpackung schnüffelt. DiRoasted Addiqtion_hintene Zielgruppe ist jung und modern. Die Sprache auf der Rückseite der Verpackung entsprechend lustig. Man nimmt die üblichen Beschreibungen von Kaffeesorten die Schippe.Wie soll man bitte auch „Medium Roast Blend“ beschreiben? Probieren geht über studieren.

Vergleich Deutschland:Melitta Harmonie_hinten

Melitta Harmonie: Die Grundidee: Kaffee ist ein wohltuender anregender Start in den Tag. Das Bild vorne auf der Verpackung holt ein wenig romantische aber konservative Exotik nach Hause an die verregnete Kaffeetafel. Der Text verspricht im Melitta Harmonie_vornegelangweilten Ton Bohnen aus besten Anbaugebieten und deren harmonische Mischung garantiert durch Melittas Markennamen. Man weiß, worauf man setzt, wenn man sich Melitta ins Haus holt: Genuss.

Vergleich Frankreich:

Café Grand‘ Mère Cafe Grand'Mère(Großmutter) ist eine Institution in Frankreich. Ein Viertel der Franzosen trinkt Grand’Mère. Die ehemals französische Marke wird seit 1996 von Kraft Foods geführt. Das traditionelle Design und die Werte, für die der Kaffee steht, wurden allerdings wie gehabt beibehalten. Die Marke verspricht Wärme, Sicherheit, Herzlichkeit, ein familiäres Miteinander. Grand’Mère weiß eben wie guter Kaffee gemacht wird. Das ist auch der Slogan, mit dem der Kaffeeröster seit Jahrzenhten Werbung macht.

Vergleich Italien:

Lavazza_Verpackung Interessant finde ich auch Lavazza, die opulente Lavazza_Werbungbombastische Werbung macht, mit viel nackter Haut und Luxusgarderobe und -Schmuck, wofür Italien im Ausland berühmt ist. Aber die Verpackung ist häufig zurückhaltend und im Vergleich zur Werbemaschinerie recht prüde und langweilig.

Übrigens: In Südamerika hatten wir nur in Buenos Aires und Brasilien guten Kaffee getrunken. In Buenos Aires, weil dort so viele Menschen italienischer Abstammung leben und in Brasilien, weil das Land doch eines der Top-Anbaugebiete ist. In Mexiko, Peru, Bolivien und Chile gab es meist nur löslichen Kaffee im Angebot. Und ein Salted Mocchachino aus löslichem Kaffee kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen 🙂

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Dieser Beitrag wurde von JeBe geschrieben und am 23. März 2013 um 03:39 veröffentlicht. Er ist unter Kulinarisches, Neuseeland abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

6 Gedanken zu „Auf eine Tasse Kiwi-Humor

  1. In Peru gibt es guten Kaffee nur der kommt kaum bei den Verbrauchern an, oder ist dann nicht bezalbar.
    Der beste Kaffe den ich bisher porbiert hatte war organisch und unweit von Cusco.
    (subtropischer Bergnebelwald). War dazu noch sogar klassischer peruanischer Kaffe (also aus hausgemachten starkem Kaffee quasi Konzentrat,, das dann mit heissem Wasser verdünnt wird.) vielleicht lassen wir und da sogar mal einen Sack kommen.
    mfg aus Lima.

  2. Ich hab aus Norwegen noch ein Bild von einem ‚Black Coffee‘. Auf der Packung ist unter anderem noch ein Skellet und die Stärke des Kaffess ist angegeben als ‚hell’…

  3. Pingback: Noch ein Norwegen Nachtrag | Andres Bilderblog

  4. CWit sagte am :

    oO – „In Mexiko, Peru, Bolivien und Chile gab es meist nur löslichen Kaffee im Angebot.“

    Das verwundert etwas – dachte ich doch immer, dass genau da gute Anbaugebiete sind und man einen frisch gemahlenen Kaffee dort noch mehr zu schätzen weiß. Habe selbst seit einigen Wochen eine Kaffeemühle in Betrieb – der Unterschied ist schon deutlich schmeckbar 😉

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